Der größte Teil wächst im Verborgenen
Ein Pilz besteht vor allem aus dem Myzel, einem Geflecht feiner Fäden, den Hyphen. Es durchzieht den Boden, totes Holz oder Laub und kann über Jahre wachsen. Was wir pflücken, ist der Fruchtkörper. Er bildet die Sporen, mit denen sich der Pilz ausbreitet, und ist nach wenigen Tagen wieder verschwunden.
Was Pilze im Wald tun
Viele Pilze zersetzen abgestorbenes Holz und Laub. Ohne sie würde der Waldboden unter dem Laub ersticken, und die Nährstoffe kämen nicht zurück in den Kreislauf.
Andere leben mit Bäumen in einer Partnerschaft, der Mykorrhiza. Das Myzel umspinnt die Feinwurzeln, versorgt den Baum mit Wasser und Mineralstoffen und bekommt dafür Zucker. Steinpilz und Fliegenpilz gehören zu diesen Partnern, deshalb findet man sie nur bei bestimmten Bäumen.
Wieder andere befallen lebende Bäume. Das sieht nach Schaden aus, gehört aber zum Kreislauf des Waldes.

Mehr als ein Lebensmittel
Pilze werden seit langem in der Medizin genutzt, das bekannteste Beispiel ist das Penicillin aus einem Schimmelpilz. Heute wird auch daran geforscht, Myzel als Werkstoff zu verwenden, etwa als Dämmstoff oder als Ersatz für Verpackungen aus Kunststoff.
Sammeln mit Verstand
- Nehmen Sie nur Pilze mit, die Sie sicher kennen. Eine App oder ein Foto ersetzt keine Bestimmung.
- Lassen Sie unbekannte Pilze stehen. Für das Bestimmen reichen ein, zwei Exemplare, nicht der ganze Fund.
- Transportieren Sie Pilze luftig im Korb, nicht in der Plastiktüte.
- Sammeln Sie nur für den eigenen Bedarf und achten Sie auf Schutzgebiete.
- Lassen Sie Ihren Fund im Zweifel von Pilzsachverständigen prüfen. Die DGfM führt eine Liste von Beratungsstellen.
Rufen Sie sofort den Giftnotruf an oder im Notfall die 112. Für Nordrhein-Westfalen ist das Giftinformationszentrum in Bonn zuständig: 0228 19240. Heben Sie Reste der Pilze und der Mahlzeit auf.
